Wissen
Berufe in der Fotografie
Fotografie im Medienbereich ist überwiegend freie Arbeit. Deshalb ist die Frage nach den Nutzungsrechten wichtiger als die nach dem Tagessatz. In den meisten Ausschreibungen steht dazu aber nichts.
Wo fotografiert wird
- Pressefotografie. Termine, Reportagen und Porträts für Redaktionen. Fast immer auf Auftragsbasis, Anstellungen sind selten.
- Unternehmens- und Werbefotografie. Produkte, Porträts von Mitarbeitenden, Standorte. Hier sind die Honorare verlässlicher.
- Bildredaktion. Bilder auswählen und recherchieren, Lizenzen klären, mit Fotografinnen und Fotografen zusammenarbeiten. Das ist eine Anstellung. In dieser Börse finden Sie solche Stellen hier und unter Grafik und Design.
- Kultur- und Veranstaltungsfotografie. Kulturhäuser, Festivals, Bühnen. Oft saisonal.
Nutzungsrechte
In Österreich entstehen die Rechte an einem Lichtbild beim Urheber. Der Auftraggeber erhält eine Nutzungsbewilligung, und nach deren Umfang richtet sich der Preis.
Der Umfang wird mit drei Angaben festgelegt, die in jede Vereinbarung gehören:
- Wofür: nur Web, auch Print, auch Werbung, auch Weitergabe an Dritte.
- Wie lange: einmalig, ein Jahr, unbefristet.
- Wo: Österreich, deutschsprachiger Raum, weltweit.
Nennt eine Ausschreibung einen Tagessatz und verlangt dafür „alle Rechte“, sind Aufnahme und Nutzung mit einem einzigen Betrag abgegolten. Das ist zulässig, lässt sich aber verhandeln.
Was in die Bewerbung gehört
Schicken Sie eine Auswahl. Zwanzig bis dreißig Bilder mit erkennbarer Handschrift überzeugen mehr als zweihundert, die alles zeigen.
In der Pressefotografie zählt außerdem, dass Sie unter Zeitdruck liefern können. Ein Termin, bei dem Sie in zwanzig Minuten ein brauchbares Bild hatten, sagt dort mehr als eine Serie, an der Sie drei Tage gearbeitet haben.
Häufige Fragen
Wem gehören die Rechte an einem Foto in Österreich?
Dem Urheber, also der Person, die fotografiert hat. Der Auftraggeber bekommt eine Nutzungsbewilligung. Sie sollte festlegen, in welchen Medien, wie lange und in welchem Gebiet das Bild verwendet werden darf. Steht dazu in einer Ausschreibung oder einem Angebot nichts, fragen Sie vor der Zusage nach.
Wie viele Bilder gehören in ein Fotografie-Portfolio?
Zwanzig bis dreißig, an denen man Ihren Stil erkennt. Achten Sie auch auf die Reihenfolge, denn das erste und das letzte Bild bleiben am ehesten in Erinnerung. Zeigen Sie nur Arbeiten, die Sie jederzeit wieder so abliefern könnten. Eine Serie, die einmal unter besonderen Umständen entstanden ist, weckt Erwartungen, die Sie im Auftrag erfüllen müssen.
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